Bettina Brennenstuhl: „Anfang 2023 möchte ich ein Meet and Greet an der Wasserkante anbieten, um den Hafen und mich als Vorständin vorzustellen.“ (Foto: Hafen Dortmund / Christian Bohnenkamp)

„Keine schwimmenden Gärten“

21.03.2023

Bettina Brennenstuhl ist mit der übergeordneten Vorstellung angetreten, dass Binnenhäfen grundsätzlich eine bedeutende Rolle im gesamten Feld der Verkehrswende und des Klimawandels spielen können.

Bettina Brennenstuhl zählt zu der noch immer kleinen Schar von Frauen, die im Hafengeschäft Führungspositionen bekleiden. Seit dem 1. Oktober 2022 ist die bisherige Erste Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Lünen Alleinvorständin der Dortmunder Hafen AG.

Sie sei mit der Vorstellung angetreten, dass Binnenhäfen grundsätzlich eine bedeutende Rolle bei der Verkehrswende und dem Kampf gegen den Klimawandel spielen können, sagt sie im Gespräch mit der DVZ. Dazu möchte sie mit ihren 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Beitrag leisten. Zugleich gibt sie auch unumwunden zu: „Das Hafengeschäft ist ein neues berufliches Feld für mich. Deshalb möchte ich Anfang 2023 ein Meet and Greet an der Wasserkante anbieten, um in lockerer Atmosphäre bei Kaffee und Tee das Unternehmen Dortmunder Hafen und mich als neue Vorständin vorzustellen.“

Parallel dazu setzt die Verwaltungsexpertin, die an der Fachhochschule Südwestfalen/Iserlohn einen Abschluss als Diplom-Kauffrau (FH) gemacht und danach vor allem im Finanzmanagement verschiedener Kommunen gearbeitet hat, auf die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen. „Ich bin immer sehr gut damit gefahren, dass ich offen auf jeden einzelnen Menschen zugegangen bin, was nicht ausschließt, auch mal Dinge zu hinterfragen.“ In den ersten Wochen hat sie in intensiven Gesprächen schon bemerkt, dass ihr Team und die Belegschaft mit sehr viel Leidenschaft und Biss daran arbeiten, das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Keine Sonderrolle

Eine schwierige Eingewöhnungsphase hatte die gebürtige Sauerländerin nicht. „Mein Heimatort Breckerfeld bildet das Tor zum Sauerland. Von daher bin ich sowohl dem Sauerland als auch dem Ruhrgebiet zugetan.“ Zwischen ihrem Wohnort und ihrem Arbeitsplatz liegen etwa 30 Minuten Fahrzeit. Auch wenn die Frauenquote in der Hafenwirtschaft wie eingangs erwähnt gering ist – Brennenstuhl ist bereits daran gewöhnt, in einer Männerdomäne zu arbeiten. „Ich war schon in meiner bisherigen Tätigkeit als Kämmerin und Beigeordnete in einer überwiegend von Männern geprägten kommunalen Welt eher die Ausnahme.“

Der Reiz des beruflichen Wechsels von Lünen, einer Stadt mit rund 90.000 Einwohnern, nach Dortmund (über 586.000 Einwohner) liegt für Brennenstuhl darin, dass sie nun statt in einer großen Verwaltung in einem schlanken kommunalen Unternehmen arbeitet. Seit September 2020 hatte sie in der größten Stadt des Kreises Unna im westlichen Westfalen mehrere Hüte auf: Als Dezernentin war sie verantwortlich für Finanzen, Personal, IT, Feuerwehr und die zentrale Gebäudewirtschaft. Sie deutet an, dass die dadurch nötige Omnipräsenz auch das Privatleben beeinflusst hat. Der Dortmunder Hafen war Brennenstuhl als Aufsichtsrätin des Lüner Hafens natürlich auch schon ein Begriff.

„Der Wechsel nach Dortmund markiert für mich eine neue Ausrichtung und die Chance, nach 23 Jahren meines beruflichen Lebens weitere 23 Jahre anders zu gestalten“, sagt die 42-Jährige. Von ihrem Büro in der Dortmunder Nordstadt sind es nur wenige Gehminuten zum größten Kanalhafen Europas.

Für die Zukunft des Hafens als Industriestandort und Logistikdrehscheibe hat Brennenstuhl klare Vorstellungen. Einerseits geht es darum, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, wie etwa der Verkehrswende. Da ist Dortmund mit zwei Anlagen für den Kombinierten Verkehr gut aufgestellt. Zum anderen gilt es aber auch, die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, beispielsweise über die Digitalisierung – und das betreffe logistische und industrielle Prozesse gleichermaßen, betont die Hafenchefin.

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